Zittersieg für FC Wil

Realisation: Matthias Zindel

In der Challenge League besiegt der FC Wil den FC Aarau zuhause mit 1:0.

Der Bergholz-Klub gelangt zum zweiten Sieg in diesem Jahr. Beim 1:0-Erfolg über den FC Aarau geraten die Wiler in der Schlussphase unnötigerweise ins Zittern. Zuvor vergeben sie zu viele Möglichkeiten und es bleibt beim Treffer von Marko Muslin. Nach dem Spiel wollen Aarauer Fans auf die eigene Mannschaft los und das Stadion Bergholz stürmen.

Selbst einen neutralen Beobachter muss es schmerzen, wenn er den FC Aarau spielen sieht. Aus den einst stolzen „Unabsteigbaren“ ist eine Ansammlung verunsicherter Spieler geworden. Im Rücken haben sie die eigenen Fans, die während des Spiels im Bergholz die Entlassung von Trainer Ranko Jakovljevic fordern und den Vorstand für die Misere verantwortlich machen. Einige von ihnen wollen nach der Partie – teilweise mit Eisenstangen bewaffnet – das Stadion stürmen, weshalb die Aarauer Mannschaft deutlich länger in Wil bleiben muss, als ihr lieb ist.

Die Situation der Aargauer kann dem FC Wil egal sein. Er hat den Profit daraus gezogen und aus den beiden Partien dieser Saison gegen das Team aus dem Rüebliland sechs Punkte gewonnen. Den 1:0-Erfolg im Bergholz musste sich der Bergholz-Klub allerdings erdulden. Denn lange waren die Wiler das bessere Team und hatten den Gegner im Griff, ihr Manko war die ungenügende Chancenauswertung.

Bereits nach vier Minuten bot sich Dzengis Cavusevic eine vorzügliche Möglichkeit, das Skore zu eröffnen. Er tauchte freistehend vor Aaraus Torhüter Sascha Studer auf, traf mit seinem Schuss aber nur die Latte. Fünf Minuten später war die Ausgangslage für den Slowenen nur unwesentlich schlechter, der erlösende Torjubel blieb den Zuschauern aber auch dieses Mal im Hals stecken. Da Roberto Rodriguez nach einem Rückpass von Claudio Holenstein ebenfalls nicht traf und ein Aussetzer Studers unbestraft blieb, musste sich das Heimteam in Geduld üben. Dies machte sich nach gut einer halben Stunde bezahlt, als Captain Marko Muslin eine Hereingabe von der linken Seite zu seinem dritten Saisontreffer verwertete. Die Führung war verdient, hatten die Wiler doch deutlich mehr für das Erfolgserlebnis gemacht als der Gast. Die Aarauer wirkten völlig verunsichert und brachten in der ersten Halbzeit kein Bein vors andere.

Nach dem Seitenwechsel waren vorerst die Wiler näher am 2:0 als Aarau dem Ausgleich. Jedoch landete ein Schuss von Rodriguez am Aussenpfosten, einer von Muslin wurde abgeblockt und jener von Jong-Hyok Cha ging knapp am linken Torpfosten vorbei.
Da die Wiler in der Folge für ihren Kräfte raubenden Stil – sie spielten phasenweise ein Pressing – Tribut zollten und die Fehlerzahl anstieg, kam Aarau besser ins Spiel. Die Gäste erarbeiteten sich aber kaum zwingende Torchancen. Trotzdem lag der Ausgleich in der Luft, da sich der Absteiger mit zunehmender Spieldauer ein Übergewicht erarbeitete. Das 1:1 sollte ihnen aber nicht mehr gelingen, obwohl der eingewechselte Patrick Bengondo noch eine ausgezeichnete Möglichkeit besass. Sein Kopfball in der dritten Minute der Nachspielzeit wurde vom Wiler Torhüter Davide Taini aber in den Corner gelenkt, womit der Goalie neben Torschütze Muslin zum Matchwinner wurde. „Es ist wichtig, dass wir unsere Heimsiele gewinnen. Der Erfolg geht in Ordnung“, sagte Wils Trainer Axel Thoma nach der Partie.

hinzugefügt am 11.04.11 im Channel: fürstenlandTV.ch

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